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Projekte

Vorwärts

Produktionszentrum Tanz und Performance Stuttgart 2017




 

Papier trifft auf Stahl   -   aus 1+1 wird ZWEI

Kunstwerk Fellbach 2016 - Zusammenarbeit mit Regine Richter

 
ZWEI ist das Ergebnis eines sich über einen Zeitraum von mehreren Monaten erstreckenden gemeinsamen Schaffensprozesses der Bildhauerin Helga Kellerer und der Malerin Regine Richter, ein intensives Zusammenwirken, in dem in langen Gesprächen Ideen entwickelt und Arbeiten konzipiert wurden. Innere Bilder wurden in gegenseitiger Ergänzung umgesetzt, Materialien, Farben und Formen fanden fast wie von selbst zueinander. In Übereinstimmung bei der Ideenfindung und dem Erstellen der Werke und mit dem Bewußtsein für das Eigene und der Fähigkeit sich einzulassen konnten im Austausch der Vorstellungen aber auch im direkten Wechselspiel Installationen und Zeichnungen entstehen. Helga Kellerer und Regine Richter haben in den 80er Jahren zeitgleich an der freien Kunstschule Stuttgart studiert, Helga Kellerer in der Bildhauerabteilung, Regine Richter bei den Malern – im selben Haus aber Jede jeweils in ihrer zwei- oder dreidimensionalen Welt. Eine kurze Begegnung erst 1984 auf einer gemeinsamen Studienreise in Rom. Als Kellerer ein Studium an der Kunstakademie Stuttgart beginnt gehen die Wege wieder auseinander und obwohl sich Beide in den nachfolgenden  Jahrzehnten oft innerhalb des nächsten Umfelds bewegen treffen sie nie mehr aufeinander. Zu einer Wiederbegegnung kommt es 2012, das Interesse an der Arbeitsweise der jeweils Anderen, das gemeinsame Arbeitsprinzip Dialog und Kommunikation und eine stetige Suche nach einem Gegenüber in der Kunst führt folgerichtig zu dem Gedanken eines spartenübergreifenden Zusammenspiels. Anstoß dafür geben sechs  Siebe die Richter in das Atelier ihrer Kollegin bringt. Es gibt einen Arbeitsplatz und es gibt ein Anfangsmaterial. Siebe werden bearbeitet, Materialien finden sich, der in Kellerers Werkstatt vorhandene Stahl wird zum Gegenstück der Zeitungen, die Richter ins Haus trägt. Als Farben bilden sich konsequenterweise weiß, schwarz, rost und rot heraus, kein grün,blau oder gelb, für Kellerer erst schwer vorstellbar aber wie sich später herausstellen sollte ein lohnender Verzicht. Mit der Arbeit es rollt rollt auch der gemeinsame Prozeß im wörtlichen Sinne an. In Wertschätzung der anderen Person und deren Arbeitsweise beginnt ein Zusammenwirken mit spielerischer Leichtigkeit, das sich über Monate auf einer Ebene gegenseitigen Verständnisses fortsetzt.  Auch im Werk geordnet angekommen werden Zeitung und Stahl verwendet jedoch in einem gegensätzlichen Format. Etwas hat sich gesetzt ist aber gleichzeitig in einer ruhigen Bewegung geblieben. Und so ergibt eine Arbeit die Nächste im lockeren Weiterbauen wachsen sie fast wie von selbst. Es ist wie gemeinschaftliches Kochen: jeder bringt seine Zutaten mit, man wirft sie in einen Topf, ist neugierig was daraus Interessantes entsteht, muß gleichzeitig aber auch mutig genug sein, das Unbekannte zu probieren. Zum Glück wird in diesem Fall Schmackhaftes zusammengerührt.  Eine in einem wochenlangen zeichnerischen Wechselspiel anwachsende Zahl von Bildern, in die die beiderseitigen Erfahrungen und Erlebnisse eingebracht werden, wird schließlich zu Bausteinen einer Geschichte, die den Zeitraum zwischen erster und zweiter Begegnung thematisiert: die Zeit dazwischen. Optische Grundlage dafür sind Abdrücke der wie Fußspuren anmutenden Teile der vorherigen Arbeit. Parallel dazu entstehen Zeichnungen und Bücher von Richter sowie eine Serie von Detailfotos und kleinen Skizzen von Kellerer, die sich wiederum auf das Geschaffene beziehen. Aufgebaut auf sich überlagernde Ideen lassen sie eine ähnliche Sprache erkennen. Die bei Beiden vorhandenen Vorlieben für Reihungen und Serien treten zutage und ergänzen sich. In der Installation Ball im Tor tritt einerseits die Eigenschaft des Sich-Zuspielens zutage, das Tor ist Schutzraum zugleich aber auch Ziel.
In Wir/ Zusammen stehen zwei starke, energisch umwickelte Stahlstangen lässig einander zugeneigt aber aufrecht nebeneinander an der Wand. Schließlich der Wirbel zwischen zwei Sockeln, eine dynamische Verbindung, gleichzeitig standfest und bewegt. Diesen 3 Werken gemeinsam ist die Fortsetzung des Rollens, die Doppelung und dessen imginäre oder tatsächliche Verbindung mit einer Steigerung zum Letzten hin denn der Wirbel kann nicht ohne die zwei Sockel sein.  Einer braucht den Anderen.




OPEN STUDIO II  - AUF AUGENHÖHE

KVN Projektraum Neuhausen 2015


ein interdisziplinäres Forschungsprojekt mit Installation und Performance von Helga Kellerer mit Eva Baumann/ Tanz, Susa Ramstaler/ Performance, Lisa Thomas + Petra Stransky/ Improvisation

Für den KVN Projektraum, die ehemalige Rupert-Mayer Kapelle in Neuhausen wird eine raumbezogene Installation aus Baumaterialien konzipiert. Das Thema des Umbauens und der Transformation, das zum einen durch das Baumaterial, zum andern bereits durch die ehemalige Jesuitenkapelle repräsentiert wird, bildet die Grundlage für die performativen Eingriffe. Der ehemalige Sakralraum wird zum Labor offener Handlungsprozesse. Die von Helga Kellerer geschaffene Materialsituation wird durch die Handlungen und physischen Interventionen der Akteurinnen jeweils neu interpretiert. Während der dreiwöchigen Laborphase werden sich die von Helga Kellerer eingeladenen Tänzer- und Performerinnen an unterschiedlichen Tagen mit der Situation auseinandersetzen.
Open Studio ist in diesem Zeitraum für Besucher zugänglich, so daß Miterleben und Begegnung möglich ist. Ein abschließendes Ergebnis der interdisziplinären Forschungsarbeit wird im Rahmen einer Finissage gezeigt.

OPEN STUDIO ist ein Atelierprogramm des KV Neuhausen anlässlich des XX. Jubiläums




Loslassen

Kunstverein Ludwigsburg 2014


Für den großen Gewölbekeller des Kunstvereins wurde eine mehrteilige Rauminstallation konzipiert mit Objekten, die durch das Wahrnehmen und Beobachten von Werden, Vergehen und Bestehen im menschlichen Leben und in der Natur in einem persönlich einschneidenden Zeitraum zwischen April 2013 und Mai 2014 entstanden sind. Thematisiert wird Veränderung, die erst durch Zulassen und Loslassen möglich ist. Während der Dauer der Ausstellung sind die Besucher eingeladen sich zusammen mit der Künstlerin in Form von Texten oder Bewegung mit dem Raum und den Objekten auseinanderzusetzen.
Abschluss der vielfältigen Begegnungen ist eine Performance im Rahmen der Finissage, bei der Helga Kellerer, unterstützt durch die Präsenz der Anwesenden und die Improvisationen zweier Tänzerinnen noch einmal eine Beziehung zu ihrer Installation eingeht.


 

Kunstraum Weiherstraße 2013

ein Projekt auf Zeit
in einem ehemaligen Laden- und Geschäftszentrum
in der Weiherstrasse 39 in Esslingen/Neckar
      

Das in den siebziger Jahren errichtete, über lange Zeit leerstehende Gebäudeensemble wird vor dem Abriss vom 30. Juni bis 11.August 2013 Ort der künstlerischen Zwischennutzung.
Während 2 dreiwöchigen Arbeits-und Ausstellungsphasen setzen sich Künstler vor Ort mit der räumlichen und der thematischen Situation auseinander, beziehen Positionen und präsentieren die Ergebnisse anschließend der Öffentlichkeit.

Phase 1 (30.6. - 14.7.2013): Rauminstallation Trockenteich


Im Erdgeschoss des ehemaligen Kaufhauses befindet sich etwas abseits gelegen ein kleiner Raum mit orangefarbenen Wänden und grünblauen Bodenfliesen dessen frühere Bestimmung nicht mehr nachzuvollziehen ist. Seine besondere Form und Farbigkeit sowie der gekachelte Boden lassen im Kopf ein bestimmtes Bild entstehen und sind Anlass für die Dauer von 6 Wochen einen Trockenteich auf Zeit anzulegen: Graue Betonwürfel nehmen die Struktur der Kacheln auf. Dazwischen breiten sich, unterbrochen von verzinkten Stahlteilen, die an Minisprüher denken lassen, unzählige an Seerosen erinnernde Gebilde über den gesamten Boden.
Material: Kunstrasen, Fleecestoff, Stahl, Beton, Unkrautvlies


Phase 2 (27. 7. - 11.8.2013): Rauminstallation Ordentliches Grün

Als Gegenstück zum stark farbigen Trockenteich wird in Arbeitsphase 2 in einem gänzlich weißen aber sehr heruntergekommenen ehemaligen Sanitärraum in einem anderen Stockwerk des Gebäudes die Installation ordentliches Grün konzipiert. In dem durchweg gekachelten, trotz vieler schadhafter Stellen sehr klar wirkenden Raum werden nach einer bestimmten Anordnung, die sich zum großen Teil auf die beschädigten Fliesenstücke und vorhandene Armaturen ausrichtet, grüne Elemente angebracht. Silikonbeschichtete eingefärbte Pflastersteine und Rigipskacheln sowie ebenfalls mit Silikon überzogene Fotoblöcke, die unterschiedliche Grassituationen zeigen, werden auf Wänden und Boden montiert. Durch die Überdeckung der Schäden wird der Raum sozusagen saniert und von seinem verwahrlosten in einen ordentlich strukturierten Zustand überführt. Das zum umgebenden Weiß im Kontrast stehende leuchtend Grün und die wie aus Wiesen ausgestochenen künstlichen Grasstücke beleben den Ort und verweisen – Nasszellentauglich durch die dicke transparente Silikonschicht – gleichzeitig auf die frühere Nutzung dieses Raumes.
Material: Silikon, Fotografien, Rigipsplatten, Beton, Farbe


Phase 3 (10.8.2013): Performance Kreisen

Der in den siebziger Jahren entstandene und schon lange leerstehende Gebäudekomplex soll abgerissen werden. Das Kriterium der Unwirtschaftlichkeit, ja angeblicher Nutzlosigkeit siegt auch hier wie so oft über das Unwiederbringliche des besonderen Ortes. Anliegen der Performance ist es, das Eigenartige und Einzigartige dieses Geländes aufzuzeigen und so festzuhalten bevor es durch den Abriss für immer verschwindet. Ausgehend vom zentralen Innenhof, der das Kernstück der drei optisch miteinander verbundenen Gebäudeteile ist, wird das ehemalige Laden – und Geschäftszentrum zweimal umkreist, interessante Stellen werden durch eine entsprechende Haltung hervorgehoben und sollen auf diese Weise im Gedächtnis verankert werden. Es ergibt sich ein Parcours mit insgesamt 30 verschiedenen Stationen, bei dem in einem Doppelkreis den Begehungsmöglichkeiten zwischen und um die Einzelblöcke nachgespürt wird. Der Hof, der sozusagen das Herz des Ensembles ist, ist Ausgangspunkt, wird bei der Umrundung einmal überquert und schließlich im doppelten Sinne zum Endpunkt.


 

Teichstücke 2010-2011




Pegelstand 2009

Kunst an Lauter und Lindach in Kirchheim Teck


Auszug aus der Rede von Gabi Burckhardt:
Der Blick fällt von der Brücke auf den Hechtkopf, der zwischen Lindach und Lauter eine Halbinsel bildet. Vor dem bewachsenen Landstreifen eine Aufschüttung, eine Untiefe, Angeschwemmtes von beiden Flüssen. Hier hat Helga Kellerer ihre Installation eingerichtet. Blaue Leiterwesen klettern vom Land her ins Wasser. Grüne Inselchen auf grünen Bodenplatten scheinen auf. Eine künstliche Welt stellt sich der Natur gegenüber. Natur wird gemeinhin mit Grün in Verbindung gebracht. Helga Kellerer kontrastiert das Naturgrün mit dem Industriegrün der Kunstrasenscheiben, die sie auf Bewässerungsrohre montiert hat. Steigt der Pegel, werden aus den Inselchen Wasserwirbler. Blau wird mit Wasser assoziiert, obwohl in der Natur Wasser durchaus eine bräunliche Färbung annehmen kann. Die blauen, eckigen Leiterstrukturen kontrastieren in Farbe und Form das Wasserthema. Die grünen Betonplatten, die Helga Kellerer auf dem Bachgrund verlegt hat, deuten in ihrer Form-Funktion das Thema Wasser-Wege an. Die Arbeit besticht durch eine chaotische Komposition, durch die bewusst platzierte Zufälligkeit, die Helga Kellerers Arbeiten eigen ist. Vor zwei Wochen hat es den ganzen Vormittag stark gewittert. In Folge der Regenfälle stiegen die Pegel von Lauter und Lindach stark an. Es war nicht sicher ob nicht das Wasser die Kunst beiseiteschieben würde.
So ist bei der Installation, die wir heute hier sehen, lange nachgedacht worden, wie die Verankerungen zu bewerkstelligen sind, die Wetterlage wurde eingehend beobachtet, Arbeitsweisen wurden ständig neu erfunden.


 

Steinbildhauersymposium
Keltengarten Steinbach am Donnersberg  2009

Keltenrätsel
Schreibprojekt einer unbeirrbaren Nichtsteinhauerin


Die zu bearbeitende Sandsteinstele, die, wenn man sie denn aufklappen könnte, exakt die Schreiboberfläche eines Quadrats von 240x240 cm hätte, wird  handschriftlich mit Auszügen aus einem alten keltischen Rätsel versehen, das vom Format her genau mit der quadratischen Fläche übereinstimmt.
Von dem Text, der im ersten  Durchgang mit wasserfester Kreide aufgetragen wird, bleiben v.a. sich wiederholenden Wörter wie ich und bin unverändert während die anderen  mit einem eigens dafür angefertigten Metallstift unterschiedlich tief eingeritzt bzw. in den Stein eingegraben werden, so dass nach einem bestimmten Rhythmus ein optisch vibrierendes Schriftbild entsteht, das zu genauerem Hinsehen auffordert und das Rätsel noch rätselhafter werden lässt.


 

Mohnfeld 2005-2007


(...) Von Gegensätzen lebt auch der ästhetische Eindruck, den Helga Kellerers „Mohnfeld“ bietet, vom Gegensatz zwischen der Härte und Dauerhaftigkeit von Stahl als dem Material der Gestaltung und der Flüchtigkeit und Vergänglichkeit von Mohnblüten. Stahlstäbe wählte die Künstlerin für die Halme, auf die, unter-schiedlich hoch aufragend und zartgrün gefärbt, rot lackierte Dosen aufgeschweißt sind. Montiert sind die stählernen Blumen auf Stahlplatten, deren Rostpatina den Erdboden andeutet. (...) An ihrem Standort, auf einer kleinen Grünfläche auf dem Neuen Marktplatz, korrespondiert sie in ihrer reduzierten Formensprache mit der von Rechtwinkligkeit geprägter Platzgestaltung (…)  
 (...) Was von Ferne anmuten mag wie zahlreiche Teller, die unsichtbare Akrobaten auf Stäben kreisen lassen, entpuppt sich im hinteren Teil der Scheune als stählernes Mohnfeld, das die Stuttgarter Künstlerin Helga Kellerer für einen Standort auf dem neuen Marktplatz, spielend mit dem Gegensatz von geometrisch-metallischer Nüchternheit und organischer Wärme, zu kühler Blüte führen will. Genau ein Jahr sei es her, dass sie in dieser Gegend ein riesiges blühendes Mohnfeld gesehen habe, seither suche sie nach einer Möglichkeit, diesen starken Eindruck gestalterisch zu verarbeiten, erzählt sie. (...)T.Behnke, Auszug aus Artikel der “Rhein-Pfalz“ vom 19.05.2007




Die Sterne stehen gut 2006





Rauminstallation ‘Spielfeld’

Kunstverein Ludwigsburg 2001


Betritt man den Raum, in dem Helga Kellerer ihre Installation Spielfeld aufgebaut hat, leuchtet einem zunächst eine Farbe entgegen – Gelb, ein Inbegriff von Wärme und Freundlichkeit . Hat aber dieses Gelb nicht hier noch eine andere Bedeutung? Zweideutig wie die Farbe verhalten sich auch die Arbeiten selbst – auf den ersten Blick ansprechend und vertraut anmutend, bei näherem Hinsehen jedoch irritierend und kleine Seitenhiebe verteilend. Auf farbig gestrichenen und polierten Plexiglasplatten halten sich drei Holzkinderstühle sozusagen an den Beinen in der Balance. Spielende? Stuhlkinder? Beim Versuch der Verselbständigung oder erstarrt aufgrund der an sie gerichteten Erwartungen? Die Grundlage auf der sie liegen, bilden nämlich aufgeschichtete, weiß besprühte Zeitungsstapel, Stellenanzeigen mit handschriftlichem Endlostext.
- richten auch Sie sich einen gemütlichen Platz ein-
Auf der Rückseite des Raumes sind 30 sonnengelbe Kunststoffrahmen über die Wand verteilt. Ein Bilderspiel, das die Elemente der ersten Arbeit in Satzfragmenten, Fotoausschnitten, Collagen und Zeichnungen in einhämmernder Weise immer wieder aufgreift. Formale und inhaltliche Ebenen überlagern sich, beginnen zu wackeln, es entsteht eine optische Schaukelbewegung, die die Bilder aus ihrer Ordnung ausbrechen lässt.
-eine ganz wesentliche Voraussetzung-
In einer Ecke gegenüber lehnen drei Bretter aneinander. Das Motiv, durch die Anordnung der Einzelbilder in eine endlose Kreisbewegung gebracht, die sich auf den unterschiedlich großen Spielbrettern wiederholt, zeigt hier allerdings eher einen Ausdruck von Aggression. Die Spielsituation ähnelt mehr einer Kampfsituation, die den Satz, der sich aus den aufgeschriebenen Wörtern herauslesen lässt, konterkariert.
-es sollte eine Atmosphäre in Harmonie sein-
Wie zufällig in den Raum geworfen liegen noch sieben windschiefe Würfel auf dem Boden. Abbildungen der Stühle sind auf ihren Oberflächen nur bruchstückhaft zu erkennen. Ihre Verschiedenheit wiederspricht dem Bauklötzchenprinzip, an das man zunächst denken mag, aber in ihrer dysfunktionalen Individualität bilden sie doch eine homogene Gruppe, die sich selbst genügt.
Insgesamt fällt auf, dass fast alle Arbeiten von einer schmuddelig-schönen oder zumindest etwas undurchsichtigen Oberfläche überzogen oder belegt sind. Eine Schutzschicht im positiven oder negativen Sinn?
Charakteristisch für die einzelnen Werkgruppen ist neben ihrer Mehrteiligkeit eine gewisse Verspieltheit, die wiederum zu einem Verwirrspiel zwischen Ordnung und Chaos führt. Durch das dauernde Wiederaufgreifen, endloses Wiederholen und die jeweils in sich und im Raum auftretende optische Bewegung entwickeln die einzelnen Teile eine Eigendynamik, um so mögliche Ordnungs- und Systematisierungsversuche zu untergraben.

(sechs Räume-sechs Künstler , Kunstverein Ludwigsburg, 2001)

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